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Interne Informationen zur Lage in Japan Mai 2011

Heute vor zwei Monaten ereignete sich das Erdbeben und der Tsunami in Japan. Das DRK hat über 20 Millionen Euro an Spenden erhalten, nicht zuletzt dank der Unterstützung durch viele Ihrer Aktivitäten. Die Spenden gehen alle an das Japanische Rote Kreuz. Hier eine Zusammenfassung zum aktuellen Stand der Hilfe des Japanischen Roten Kreuzes und der Verwendung der Spendengelder. Das Japanische Rote Kreuz verwendet das Geld für die Nothilfe, die Spenden  gehen damit vor allem an evakuierte Menschen und deren Versorgung. Der größte Teil der Spenden wird als Bargeld an die betroffenen Familien verteilt. 1. AKTUELLE HUMANITäRE LAGE Am 1. Mai waren 14.704 Todesopfer bestätigt; weitere 10.969 Menschen gelten immer noch als vermisst. 126.372 Menschen sind in den drei meistbetroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima obdachlos. Sie werden in Notaufnahmelagern betreut (vor allem in Schulen). Viele weitere Obdachlose sind privat, bei Freunden oder Verwandten untergebracht. Die Regierung wird mindestens 72.000 temporäre Unterkünfte für Familien errichten. Am 2. Mai hatten die Bauarbeiten für 23.885 Unterkünften begonnen, 3.877 davon sind bereits fertig. Das Japanische Rote Kreuz wird für alle 72.000 Einheiten Haushaltsgeräte bereitstellen. 2. Aktuelle Hilfen des Japanischen Roten Kreuzes, Unmittelbare Nothilfe 613 medizinische Teams aus 92 Kliniken des Japanischen Roten Kreuzes sind im Einsatz. In jedem Team gibt es auch einen Experten für psychosoziale Betreuung. Die Kräfte haben über 55.000 medizinische Behandlungen durchgeführt. Strahlenexperten des Japanischen Roten Kreuzes aus Hiroshima und Nagasaki sind in Fukushima im Einsatz. 3. VERTEILUNG VON HILFSGüTERN, UNTER ANDEREM: 132.510 Decken 183.000 Kleidungstücke 13.500 Schlafsäcke 11,2 Tonnen Reis 57.000 Portionen Nudeln 4.000 weitere Mahlzeiten 4. ERSTER WIEDERAUFBAU Verteilung von Haushaltsgeräten für die Notaufnahmelager: Reiskocher, Wasserkocher, Waschmaschine. 5. BARGELDVERTEILUNG Familien, die ein Haus verloren haben, erhalten umgerechnet je ca. 3.000 Euro. Auch Familien, die ein Familienmitglied verloren haben, erhalten umgerechnet 3.000 Euro pro vermisstem oder verlorenem Familienmitglied. Familien, die aus der Gegend rund um Fukushima evakuiert wurden, erhalten ebenfalls umgerechnet 3.000 Euro an finanzieller Unterstützung. Weitere Bargeldverteilungen werden folgen. 6. SOZIALE DIENSTE Ehrenamtliche Helfer vom Japanischen Roten Kreuz betreuen vor allem Kinder, alte und besonders schwache Menschen in den Notaufnahmelagern durch praktische Hilfen im Alltag. 7. SUCHDIENST Bislang gab es ca. 5.800 Suchanfragen, davon sind rund 4.000 vermisste Ausländer. (Wir haben keine Angaben, wie viele gefunden werden konnten) 8. ZWECKBINDUNGEN DER SPENDEN Alle Spenden werden an das Japanische Rote Kreuz weitergegeben. Aufgrund der vielen Spenden aus aller Welt, die für die vielen Menschen in den zerstörten Regionen auch dringend benötigt werden, wird es keine Einzelberichte oder Einzelabrechungen für spezifische Spenden geben. Das Japanische Rote Kreuz entscheidet selbständig, wie das Geld verwendet wird. Sichergestellt  ist, dass die in- und ausländischen Spenden für die Nothilfe und den Wiederaufbau, wie beschrieben, auch in Form von Bargeldverteilung und für verbesserte Katastrophenvorsorge verwendet werden. 9. IM ANHANG FINDEN SIE:
  • Gastbeitrag von Tadateru Konoé, (Präsident des Japanischen Roten Kreuzes) in der Frankfurter Rundschau vom 11. April
  • Lageupdate des Japanischen Roten Kreuzes vom 6. Mai 2011